Der ewig sinnlose Kreislauf der Landwirtschaft!

Warum flüchten wir in eine unrealistische Hoffnung, die Dürrekatastrophe wäre nur ein einmaliges extremes Wetterphänomen?

Wir haben so eine lang anhaltende Hitze und Dürreperiode noch nie in Deutschland erlebt und sie ist auch nicht mit dem Jahr 2003 vergleichbar. Aber anstatt die Realität zu bewerten, fallen wir in alte Denkmuster zurück. Dabei sollten wir uns genau ansehen, in welcher Katastrophe wir aktuell stecken und wie es dazu kommen konnte.

Zum Ersten: Wir leben nicht in der Zeit vor der Klimakatastrophe, sondern wir sind schon mittendrin. Ich versuche mich immer positiv auszudrücken, aber trotzdem kann ich es leider nicht anders formulieren: Wir haben es verkackt! Unsere Generation ist absolut hemmungslos mit den Ressourcen dieser Welt umgegangen. Wir haben es wirklich richtig offiziell verkackt.

Aber das heißt, jetzt nicht: „Oje, lasst uns unsere Köpfe in den heißen Sand stecken“, sondern wir müssen gemeinsam an der Zukunft arbeiten. Das ist unsere wichtigste Aufgabe!

Dafür benötigt es aber Menschen und Institutionen, die der gleichen Meinung sind. Leider sitzen an machtvollen Positionen Menschen, die bewirken, ein „weiter so“ ist sicherer als das Eingeständnis: „die Klimakatastrophe ist von „Menschen Hand gemacht“. Denn mit diesem Eingeständnis könnten wir schon einiges Bewirken. Es fallen sehr viele Dinge in das Rädchen des Weltklimas, aber wir können noch manches Rädchen zurückdrehen und neue Wege denken und gehen. Hier vor Ort und bei uns zu Hause können wir etwas bewirken. Dazu gehört ein anderes Verständnis zu unseren Lebensmitteln und unserem Konsum.

Die Bauern sagen: der Verbraucher habe sich zu ändern und solle gefälligst nicht nur den Abfall kaufen, sondern die qualitativ höherwertigen Lebensmittel zu sich nehmen. Die Verbraucher sagen: Solange es billige Lebensmittel gibt, kaufe ich die auch. Mir doch egal, was die aus mir und der Umwelt machen. Der Präsident des Bauernverbandes erwartet, dass eine Milliarde Euro an Unterstützung für die Bauern fällig sei. Wohlgemerkt: Natürlich nur für die Bauern, die in der Massentierhaltung oder in der industriellen landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion tätig sind. Jetzt ist es klar, sie erhalten 340 Mio. Euro aus der öffentlichen Hand. Gerne möchte ich hier auf ein passendes Schaubild aus der Heute-Show verweisen:


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Wie es auch immer sein mag, am Ende triumphiert nur einer, und das ist die große, starke und mächtige Industrie, die unserer Landwirtschaft genmanipulierte Pflanzen verkauft (die Mär, wir würden keine genmanipulierten Pflanzen in Deutschland und Europa zu uns nehmen, ist eine glatte Lüge).

Sie hat (mit der Politik im Land und der EU) den Landwirt dazu gezwungen, den allergrößten Umsatz aus jedem Quadratmeter Acker auszupressen. Diese Art des Wachstums (ob Land- oder normale Wirtschaft) führt dazu, dass wir fast alle Ressourcen verbraucht haben. Am Ende ist nicht der Landwirt alleine schuldig, sondern es sind die Lobbyisten, die Politik, die sich kaufen ließ und die Verbraucher, die nicht hinterfragt haben, schuldig. Also: wir haben es gemeinsam verkackt! Aber das ist jetzt egal. Wir müssen endlich die Wirtschaftspolitik, so wie wir sie kennen, hinter uns lassen. Endlich! Ansonsten werden wir es nicht schaffen.

Die Umweltpolitik muss zum wichtigsten politischen Thema gemacht werden und nicht immer nur irgendwelche Drohspielchen mit Migranten aufgebaut oder Nebenkriegsschauplätze künstlich erschafft werden.

Würden wir die afrikanische Wirtschaft fördern und nicht bis zur letzten Möglichkeit auspressen – hätte die EU endlich eine faire Wirtschaftspolitik gemacht und keine Politik, bei der heimische Lebensmittel teurer gemacht werden, als aus Europa importierte Lebensmittel – so lange werden die Menschen zu uns strömen. Sie werden flüchten vor Dürre, vor Hunger, vor Existenzangst – und das ist nichts gegen das bisschen Wärme, das wir zur Zeit in Europa erleben.

Folgende Maßnahmen halte ich für sehr wichtig:

  • Abschaffung der Nutztierhaltung und Förderung der ökologischen veganen Landwirtschaft
  • Raus aus der Kohlekraft, die schlechtesten drei Kohlekraftwerke müssen sofort abgeschaltet werden!
  • Förderung regenerativer Energieressourcen (Transformation, Einsparung, Speicherung)
  • Förderung der Agrarökologie, der solidarischen Landwirtschaft, Kleingärten und Ausbau der Permakultur
  • vorrangige Förderung von kleinen und mittleren bäuerlichen Betrieben und
  • Subventionen nur noch an nachhaltig wirtschaftende Bio-zertifizierte Bauern

Eine Agrarwende hin zur Erzeugung pflanzenbasierter Lebensmittel und Abkehr vom Einsatz von Chemie ist dringend notwendig und auch realisierbar, wenn man die Massentierhaltung schnellstmöglich beendet!


© Holger Pangritz, Göttingen 23.08.2018 – der Dürre zweiter Teil. Wer den ersten Teil lesen will: http://pangritz-blog.de/keine-investition-in-die-zukunft/

 

 

 

 

1 Kommentar

  1. Pingback: Keine Investition in die Zukunft – Pangritz Blog

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